Runder Tisch „Ethikunterricht Grundschule“ in Wuppertal

Viele Eltern in NRW – so auch in Wuppertal und anderen Orts – wollen nicht, dass ihre Kinder an einem Religionsunterricht teilnehmen. In Wuppertal sind derzeit 2.500 bis 3.000 Grundschul-Kinder betroffen. Deren Eltern suchen eine Schule, die statt „Heiden zu hüten“ mit dieser Frage konstruktiv umgeht. Das ist für Schulleitungen ein Problem, denn eine brauchbare Rechtsgrundlage gibt es dazu nicht. Vielmehr legt das Schulgesetz öffentliche Grundschulen auf „christliche Bildungs- und Kulturwerte“ fest (§ 26, 2).

Grundsätzlich fordert der Humanistische Verband in NRWdie Einrichtung eines obligaten Fachs »Ethik, Religionen, Weltanschauungen« für alle gemeinsam und nicht getrennt nach Konfessionen“. Dieses bekräftigte die HVD-Landesversammlung unlängst und verlangte, dass an Grundschulen für alle Schüler, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen, ein werteorientiertes Unterrichtsangebot existiert. Damit wären u.a. die Erweiterung von personellen Ressourcen und einer entsprechenden Lehrerausbildung verbunden.

Im Sommer 2017 hatte die neue Landesregierung angekündigt, „daher werden wir Ethikunterricht an Grundschulen ermöglichen“. Dieser dünnen Absichtserklärung sind bislang offenbar keine Taten gefolgt. Daher hat der HVD Bergisches Land in Wuppertal bei der FDP-Ratsfraktion nachgefragt. Es liegen kaum gesicherte Daten über die Anzahl betroffener Schüler/innen vor. Aber es wurde Unterstützung zugesagt. Ebenfalls sind Gespräche geplant mit den Grünen, DieLinke im Rat hat Interesse geäußert. Die „großen“ Parteien haben gegenüber dem Thema eher Ablehnung signalisiert.

Die Lehrer/innen-Gewerkschaft GEW hatte zum Gewerkschaftstag NRW 2016 die Forderung nach einem „bekenntnis-unabhängigen Werteuntericht in der Grundschule“ erhoben. Die Lehrer/innen würden/werden die möglichen Änderungen in Stundentafel und Wochenablauf schultern müssen. Daher ist eine entsprechende Unterstützung und Vorbereitung durch das Ministerium von großer Bedeutung. Zu diesem Fragenkomplex findet aktuell ein entsprechender Austausch mit Grundschul-Lehrkräften und dem HVD in Wuppertal statt.

Beim HVD fragen Eltern nach einer Alternative zum Religionsunterricht. Sie wollen auch keinen Einschulungsgottesdienst, sondern eine „bekenntnis-unabhängige Feier zur Einschulung“. Wenn genügend Interessierte zusammen kommen, sollte das möglich sein! Auch in anderen Städten in NRW gibt es dazu erste Initiativen.

Für 2018 ist ein Runder TischEthikunterricht Grundschulen in Wuppertal geplant, zu dem betroffene Eltern und Interessierte sowie Verantwortliche aus der Schulpolitik eingeladen werden. Das Ziel ist, mit einer Initiative vor Ort den Ethik-Unterricht in einer Grundschule zu erproben bzw. einen entsprechenden Modellversuch zu fordern und zu unterstützen. Eltern, Lehrkräfte und andere Interessierte können eine Plattform zur Verständigung nutzen und erreichen gemeinsam mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. Dazu werden weitere Veranstaltungen geplant.

Mehr Infos unter www.Pro-Ethik-NRW.de oder www.HuS-NRW.de

Der Humanistische Verband im Bergischen Land hilft weiter
Kontakt über HVD-Wuppertal@gmx.de

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