Archiv des Autors: HVD Wuppertal / Bergisches Land

HumanistInnen Lesen! … in 2019 weiter

Helmuth Plessner gehört zu den zentralen Vertretern der Philosophischen Anthropologie des 20. Jahrhunderts. Zentral ist die Frage nach dem Menschen. Doch was der Mensch ist, bleibt prinzipiell unergründlich. Plessner findet einen Weg zwischen einer naturalistischer Kausalität und kulturalistischer Beliebigkeit des Menschen.

Seine Reflexion auf den Menschen sollte vom gegenwärtigen Humanismus ernst genommen werden, weil es die Möglichkeit bietet, sich auf den Menschen zu beziehen, ohne den Menschen festzuschreiben. Zur Person Plessner, zur Philosophischen Anthropologie und warum man sich mit diesen Gedanken unbedingt beschäftigen sollte, wird zu Beginn erläutert.

Wir treffen uns am Do., 17. Jan., um 19 Uhr im Konferenzraum der Börse, Wolkenburg 100 in Wpt.-Elberfeld.


Am 21. Februar geht es um „Nikomachische Ethik“ und Aristoteles

Die Besinnung auf die Antike und ihre Lebensklugheit gehört zu den wesentlichen Wurzeln des Humanismus und ist auch heute wesentliche Referenz für eine Philosophie der Lebenskunst. Grund genug sich mit diesen Denkern auseinander zu setzen. Den Anfang machen wir mit Aristoteles.


Am 21. März gibt es dann Erich Fromm „Humanismus und Psychoanalyse“

Für eine humanistische Orientierung und Haltung ist Erich Fromm immer wieder eingetreten. Dabei hat er nicht eine Renaissance des Humanismus gefordert, die die vernünftigen Eigenkräfte des Menschen stärkt. In der Entwicklung des eigenen Denken, Fühlens und Handelns sieht er die Chance Kräfte der Vernunft und Liebe zu entfalten, ein Aufgehen in der Welt und den anderen Menschen schafft, ohne sich selbst im anderen zu verlieren.


Info zum Projekt hier: „Humanistinnen lesen!

Weitere Info und Texte bitte nachfragen:
HVD-Wuppertal@gmx.de

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Wünsche für 2019

Zwischen dem alten und dem neuen Jahr wird uns deutlich, wie unser Leben auch von der Zukunft bestimmt ist: Vorsätze, Pläne und Wünsche zum Jahresbeginn. Es wird aber auch klar, dass wir uns an der Vergangenheit orientieren, denn nur aus der Erfahrung wissen wir, was besser werden soll.

So schließen wir uns dem Wort des Physikers und Philosophen Georg Christoph Lichtenberg an: „Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser wird, wenn es anders wird, aber soviel kann ich sagen: Es muss anders werden, wenn es gut werden soll.

In diesem Sinne wünschen wir allen Menschen ein gutes Jahr 2019!

Internationaler „Tag der Menschenrechte“

Ein Feiertag für alle!

Am 10. Dezember jährt sich die Deklaration der Menschenrechte durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen zum 70. Mal.

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte im Jahr 1948 ist zu verstehen als eine Reaktion auf die Verbrechen des 20. Jahrhunderts, besonders auch in Deutschland und im Namen des deutschen Volkes. Der Humanistische Verband schlägt vor, diesen Tag der Menschenrechte als gesetzlichen Feiertag einzuführen.

Der 1. Artikel der Erklärung heißt „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.“ Damit würde zwischen allen Menschen eine starke Verbindung, was bei religiösen Feiertagen unmöglich ist, denn, Menschenrechte

  • sind nicht konfessionell gebunden,
  • sind nicht religiös gebunden, sondern für alle gleichermaßen bedeutend,
  • stehen für die Würde und die Rechte aller Menschen,
  • betreffen den Alltag der Menschen und
  • sind für alle leicht verständlich und nachvollziehbar.

Menschenrechte sind das Gegenteil von Diskriminierung und bieten für alle Glaubensgemeinschaften, Kulturen und humanistische Weltanschauungen eine verbindende Grundlage. Dies eröffnet allen gesellschaftlichen Gruppen sowie auch Einzelpersonen, sich in unterschiedlichsten Formen des Gedenkens, Feierns und Gestaltens einzubringen.

Humanistische Gedenkfeier

Am Sonntag, dem 18. Nov. fand wieder eine Gedenkfeier des Humanistischen Verbandes Wuppertal / Bergisches Land in der Kapelle des Städtischen Friedhofes Wuppertal-Ronsdorf statt.

Jürgen Köster, der als Feiersprecher des HVD seit vielen Jahren diese Gedenkfeier organisiert, begrüßte rund 30 Angehörige, für die der HVD im zurückliegenden Jahr eine Trauerfeier für Menschen ohne Konfession gestaltet hat.

Umrahmt von Musik aus den Werken von Edvard Grieg und W.A. Mozart sowie Rezitationen von Armin Schreiner hielt Henrike Lerch, die Vorsitzende des HVD Wuppertal / Bergisches Land, die Feierrede. Sie hob in ihren Worten die Bedeutung des Gedenkens an unsere Toten als wesentlichen Teil der eigenen Trauerbewältigung hervor.

In seinem Schlusswort zitierte Jürgen Köster aus einem Gedicht von Hermann Hesse: „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben!“ (aus: „Stufen“). So innerlich ein wenig mehr gestärkt, bedankten sich die Teilnehmer für die schöne Feier und kehrten – vielleicht ein wenig festeren Schrittes – wieder nach Hause zurück.

Das Blumengebinde mit der Aufschrift: „Den Toten zum Gedenken! Humanistischer Verband Wuppertal“ wurde zum Schluss von den anwesenden Mitgliedern des HVD auf einem Teil des Friedhofes abgelegt, auf dem sich die Urnen-Gräber von etwa 100 Freidenkern befinden, die dort seit Anfang der 1930er Jahre ihre letzte Ruhe gefunden hatten.

Foto: H. Lerch

„Für ein solidarisches Miteinander“

Am 10. Nov. findet in Wuppertal unter diesem Motto eine Demonstration statt, Treffpunkt um 13 Uhr Bahnhofsvorplatz Hauptbahnhof,  Wuppertal.


Ein Satz aus den Lebenserinnerungen des italienischen Schriftstellers und Auschwitz-Überlebenden Primo Levi  ist immer aktuell geblieben: „Es ist geschehen – folglich kann es wieder geschehen.“ Der 9. November ist ein Schicksalsdatum in der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Neben anderen Ereignissen zu diesem Datum ist in diesem Jahr besonders an den 9. November 1918 zu erinnern. Mit dem Arbeiter- und Matrosenaufstand und dem Generalstreik wurde vor 100 Jahren zum Ende des 1. Weltkrieges beigetragen und durch diese Revolution brach das deutsche Kaiserreich zusammen.

Nie darf vergessen werden, was in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 geschah. Die vorausgegangene zunehmende Entrechtung mit fortgesetzter rassistischer Hetze gegen die jüdische Bevölkerung wurde in dieser Nacht der Auftakt zu ihrer gewaltsamen Verfolgung.

In dem von den Nazis „Reichskristallnacht“ genannten reichsweiten staatlich organisierten Pogrom wurden die Synagogen in Brand gesetzt, Geschäfte jüdischer Besitzer zerstört und geplündert und die jüdischen Menschen wurden gejagt, geschlagen und verhaftet.

Heute wissen wir, was geschah! Und wir haben uns entschieden nicht zu vergessen und uns zu wehren, damit sich solche Zustände nicht wiederholen. Wir wollen in einer solidarischen Gesellschaft leben.

Die Grundlagen dazu sind gefährdet:

  • Der zunehmende Sozialabbau vertieft die gesellschaftliche Spaltung immer offensichtlicher. Auf der anderen Seite steht ein zunehmend aufgeblähter Rüstungshaushalt. Die Bundeswehr ist seit Jahren in weltweiten Kriegseinsätzen beteiligt. Wenn von Fluchtursachen gesprochen wird, muss auch von den Kriegseinsätzen mit Beteiligung der Bundeswehr gesprochen werden!
  • Seit Jahren erleben wir, wie durch zunehmende sprachliche Verrohung, Hetze in den sozialen Medien rechte Gesinnung bis in die Mitte der Gesellschaft vordringt. Die offen rassistische Partei AfD bestimmt inzwischen die politischen Themen in diesem Land. Rechte Gewalt zieht spätestens seit 1980 eine Blutspur durch das Land.

Es ist unfassbar, wenn der Innenminister der Bundesrepublik Verständnis äußert zu den pogromartigen Aufmärschen der Nazis in Chemnitz.
Es ist unfassbar, wenn er mit zynischen Bemerkungen seine Freude über Abschiebungen äußert.
Es ist unfassbar, mit welch gleichgültiger Brutalität die Seenotrettung kriminalisiert wird.
Es ist unfassbar, wie rechte Gewalt durch die Politik, durch die Justiz, durch die zuständigen Ämter bagatellisiert wird.

Faschismus ist keine Meinung – Faschismus ist ein Verbrechen!
Wir wollen in einer solidarischen Gesellschaft friedlich und in Frieden leben!
Was geschehen ist, darf nie wieder geschehen!

Deswegen demonstrieren wir Erstunterzeichner am 10. November für eine solidarische Gesellschaft und gegen rechte Hetze und Gewalt:
• Bündnis Aufstehen gegen Rassismus NRW
• Tacheles e.V.
• Initiative Seebrücke Wuppertal
• Remscheid gegen Rechts
• Infoladen Wuppertal
• Wuppertaler Bündnis gegen Nazis
• Wuppertal – Kein Ort für Nazis!
… und andere

Vorbereitungstreffen
am Donnerstag, den 18.10. um 19:00 Uhr im
Seminarraum Loherbahnhof Wuppertal (Tacheles),
Rudolfstraße 125, 42285 Wuppertal

Infoabend zur Bergischen Jugendfeier 2019

Zur Vorbereitung der „Bergischen Jugendfeier“ 2019 findet ein Informationsabend statt. Eingeladen sind Jugendliche ab 14 Jahren, deren Eltern sowie alle Interessierte am

Mi., 10. Okt. 2018 ab 19:00 Uhr
im Saal des „Quantum“-Vereins
Norkshäuschen 25 in 42105 W-Uellendahl

An diesem Abend gibt es Gelegenheit, die Bergische Jugendfeier kennen zu lernen. Dazu zeigen wir einen Trailer vom letzten Jahr, geben Infos zur Vorbereitung, beantworten Fragen zu Teilnahme und Ablauf und zu den Wochenenden und Treffen zur Vorbereitung.

Hier sind Bilder der letzten Jugendfeier zu sehen.

Hier geht es zur Anmeldung.

Eine gemeinsame Veranstaltung von HVD Bergisches Land und Freidenker Wuppertal e.V.

Schul-Tüte braucht keinen Schul-Gottesdienst

Am 30. Aug. ist der diesjährige Tag der Einschulung für die Grundschul-Kinder. Der Eintritt in den neuen Lebensabschnitt bringt manche Änderung für die angehenden „i-Dötzchen“. Ein auffälliges Merkmal ist zunächst die bunte Schul-Tüte.

Gleich zu Beginn gibt es einen „Schul-Gottesdienst“ und dann einen Stundenplan. Darauf steht u.a. ein „Religionsunterricht“. Gläubige Menschen empfinden das soweit als normal. Zudem ist es gesetzlich geregelt. Aber was ist mit tausenden Kindern, die in Wuppertal bislang religionsfrei aufwachsen durften?

Sie gehen meist einfach mit in den „Reli“-Unterricht – es sei denn, ihre Eltern melden sie ab. Dann gibt es Beschäftigung oder lediglich „Aufsicht“ in einem Nebenraum. In Bekenntnis-Grundschulen ist selbst diese „Alternative“ nicht vorgesehen und alle Schüler/innen müssen die christliche Lehre anhören.

Konfessionsfreien Eltern ist das gar nicht recht. Bereits vor über einem Jahr hatte die CDU-FDP-Landesregierung versprochen, „Ethikunterricht in der Grundschule“ zu ermöglichen. Aber wann? Mache Eltern suchen eigene Wege und den Austausch über diesen Missstand. Sie wollen Abhilfe. Alternative Infos und Möglichkeit zur Vernetzung für Eltern und andere bietet die Plattform

www.ethik-unterricht-wuppertal.de

Seit langem fordert der Humanistische Verband die Einrichtung eines allgemeinen Fachs „Ethik, Religionen, Weltanschauungen“. Auch die Gewerkschaft der Lehrkräfte (GEW) hatte unlängst ihre Forderung nach einem allgemeinen „bekenntnis-unabhängigen Werteunterricht in der Grundschule“ bekräftigt. Der HVD will in Wuppertal diese Idee aufgreifen und spricht mit Parteien, der GEW und anderen, um ggf. für ein Modell-Projekt in der Stadt zu werben.