Archiv der Kategorie: Allgemein

Desiderius Erasmus

Erasmus (1465 oder 1466 bis 1536) ist einer der bedeutendsten Humanisten der Renaissance. Er galt lange als wichtigster Gelehrter und Intellektueller Europas. Er galt als „Fürst der Wissenschaft“ und „doctor universalis“. Seine Stimme hatte Gewicht. Ein Grund, weshalb Martin Luther ihn für seine Sache zu gewinnen versuchte. Doch Erasmus hielt sich raus aus Grabenkämpfen und Konflikten. Nicht nur weil er den Konflikt scheute, sondern weil er in Neutralität einen Gewinn für die Wissenschaft sah, der dem Fortschritt der Menschheit diente.

Gegen Hass und Dogmatismus führte er Toleranz und Bildung ins Feld, gegen den Zwist setzte er auf Freiheit und gegen Anmaßungen und Eitelkeiten machte er die Suche nach Wahrheit stark. Den freien Willen macht er zum Zentrum der Auseinandersetzung mit Luther. Belehrung und Ermahnung setzen einen freien Willen voraus.

Ausgleich und Vermittlung waren seine leitenden Prinzipien. Er gehörte zu jenen Intellektuellen, die in den Schriften der griechischen und römischen Antike eine Inspiration fanden. Er konnte diese Ideen mit dem Christentum in Einklang bringen. Humanist war er, weil er die Würde und den Wert des Menschen ins Zentrum stellte. Den Menschen legte er aber nicht fest, sondern hielt seine Bestimmung offen. Festlegungen vermied er generell in seinem Leben und kritisierte dogmatische Lehren gerade wegen ihrer festgelegten Überzeugungen.

Letztlich war er ein europäischer Denker, der auch auf politischer Ebene vor kriegerischen Auseinandersetzungen um die Hegemonie in Europa warnte und ihnen Friedensappelle entgegen setzte.

Sein Plädoyer für Weltoffenheit, Toleranz und Freiheit, sein Einsatz für Besonnenheit und Vernunft war ein feingeistiger Versuch die Kirche zu reformieren ohne sie aufzuspalten. Seine Gedanken haben zu einer Befreiung der Kirche und von der Kirche beigetragen.

Der große Gelehrte des europäischen Humanismus ist in Basel am 12. Juli 1536 gestorben.

Zu Erasmus siehe auch bei RiBeL

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Humanistische Student/innen

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Humanistischer Studierender gründete sich im Januar 2018. Sie ist ein Zusammenschluss von Freiwilligen, welche die gemeinsamen Interessen aller an deutschen Universitäten operierender Gruppen, die sich ihrem Selbstverständnis nach als humanistisch, rationalistisch oder atheistisch definieren, sowie die Jungen Humanisten als Jugendverband des HVD, auf Bundesebene vertritt.

Die BAG kämpft für eine gleichberechtigte Vertretung gegenüber und ein Ende der Bevorzugung von religiöser Gruppierungen im Hochschulwesen. Zentrale Anliegen sind hierbei gegenwärtig die Ungleichbehandlung in der Stipendienförderung, sowie der Mangel an Lehrstühlen für wissenschaftliche „Humanistik“ an deutschen Universitäten im Vergleich zur konfessionell gebundenen Theologie.

Gleichsam ist die BAG interessiert daran, Rationalität, Wissenschaftlichkeit und Humanismus an Universitäten und in der Gesellschaft im Allgemeinen zu stärken. Hierzu beteiligt sie sich zum Beispiel am March for Science und dokumentiert die Arbeit der lokalen Hochschulgruppen. Sie ist darüber hinaus bemüht, die Datenbasis zur Anzahl konfessionsfreier und humanistischer Studierender an deutschen Universitäten, ihren Überzeugungen und Werten zu verbessern. Über den Koordinationsrat Säkularer Organisationen fördert die BAG den Kontakt zwischen Hochschulgruppen und den diversen Organisationen des humanistischen Spektrums.

mehr Info unter www.bag-humanismus.org

Engelsjahr für Gotteslohn?

In Vorbereitung auf das große Engelsjubiläum 2020 veranstaltete die Stadt Wuppertal mehrere Workshops, bei der Initiativen, Vereine, Bürger u.s.w. gemeinsam Veranstaltungsideen entwickeln sollten. Angekündigt wurden finanzielle und organisatorische Unterstützung für die Veranstaltungen. Da Friedrich Engels eine wichtige Figur für die humanistische und freigeistige Bewegung ist, will sich der HVD mit Veranstaltungen einbringen.

Ernüchterung stellt sich beim Ausfüllen der Antragsformulare ein. Dort heißt es, „dass Akteure, die sich am Engels-Jahr mit einem Projekt beteiligen möchten, für ihre jeweiligen Projekte in eigener Verantwortlichkeit eigene Mittel einsetzen und sich um Drittmittel bemühen. Das Projektbüro Engels2020 und der noch in Gründung bestehende Verein Engels2020 werden dabei unterstützend tätig, sodass gemeinsam mit dem Grobprogramm Akquisitionsmöglichkeiten gesucht werden.“

Die Akteure sollen somit ihre Projekte selbst verantworten, zur Realisierung eigene Mittel einsetzen und sich selbst um Spenden u.a. bemühen. Die Stadt Wuppertal will also mit viel ehrenamtlichem Engagement ein attraktives, aber auch kostengünstiges Veranstaltungsprogramm zusammen stellen.

Dazu meldet njuuz.de am 28.06.2018: „Der Bund stellt Mittel in Höhe von 1,1 Millionen Euro zur Verfügung“. Da sollte für die ehrenamtliche Programm-Gestaltung etwas drin sein!


Kleiner historischer Hinweis:
Friedrich Engels ist am 5. Aug. 1895 in London gestorben.

Bergische Humanisten neu aufgestellt

Die Gemeinschaft des Humanistischen Verbandes NRW K.d.ö.R. in Wuppertal hat am 13. Juni ihre Mitgliederversammlung durchgeführt und dabei einen neuen Vorstand gewählt.

Der langjährige Vorsitzende Jürgen Köster blickte einleitend auf die Entwicklung der Gemeinschaft zurück. Dabei stand die steigende Nachfrage nach weltlichen Lebensfeiern im Vordergrund. Diese werden von den ausgebildeten HVD-Feiersprecher/innen der Gemeinschaft gestaltet.

Die Wahl von Henrike Lerch als neue Vorsitzende und die weitgehende Umbesetzung der bisherigen Vorstandsfunktionen markieren in gewisser Weise einen Neustart des Humanistischen Verbandes in Wuppertal. Die neue Vorsitzende dankte Jürgen Köster für seine langjährige Tätigkeit als Vorsitzender der Gemeinschaft, für die er weiterhin als Schatzmeister tätig sein wird.

Die Versammlung wählte als Stellvertretende Vorsitzende Susanne Moschiri-Bischoff (Jugendfeier) sowie Hans-Peter Schulz (bisher Schatzmeister, nun Öffentlichkeitsarbeit). Außerdem wurde der Vorstand mit vier Beisitzer/innen erweitert, die bestimmte Schwerpunkt-Aufgaben übernehmen: Feierkultur, Engels-Jubiläum u.a.

Für die kommenden Monate sind verschiedene Aktivitäten in Planung: Das Thema „Ethik-Unterricht an Grundschulen“ soll mit einer öffentlichen Veranstaltung aufgegriffen werden. Zum Engelsjubiläum könnte der HVD Wuppertal die Ausrichtung einer Podiumsdiskussion übernehmen. Die Reihe „Humanisten lesen!“ will sich der Frage zuwenden: „War Engels ein Humanist?“ und auch die „historische Perspektive der freidenkerischen Bewegung“ aufgreifen. Außerdem werden für den Herbst wieder die „Humanistische Gedenkfeier“ und die Winter-Feier vorbereitet. Zum Jahresbeginn startet die neue Jugendfeier-„Saison“.

Fotos: hp.schulz

Kennen Sie Denis Diderot?

Vor fünf Jahren wurde der 300. Geburtstag dieses geistigen Genies gefeiert. Heute ist er – völlig zu Unrecht – in Deutschland wieder fast vergessen.

Diderot war Herausgeber und „Projektmanager“ für das größte und kühnste Projekt der europäischen Aufklärung des 18. Jahrhunderts, der „Enzyklopädie“. Damit wurde erstmalig das gesamte Wissen der damaligen Zeit von den besten Fachleuten zusammen getragen.

Nach 20 Jahren Laufzeit wurde dieses Werk über 70.000 Artikeln und 11 Bildbänden fertig gestellt. Zu Recht wurde dieses Werk als publizistischer und weltanschaulicher Angriff auf die feudale Gesellschaftsordnung und deren und klerikale Helfer gesehen.

Die Missachtung der damaligen Denkverbote brachten Diderot Zensur, Verhaftung, Verbote, Razzien und kirchlichen Bannflüche ein. Dem Scharfsinn und auch der Ironie des Verfassers konnte man damit allerdings nicht beikommen.

Diesem großen Denker widmet sich Humanisten Lesen! am Do., 21. Juni, um 19 Uhr im Atelier, Hofaue, W-Elberfeld. Es stehen zwei kurze Artikel aus der Enzyklopädie zur Diskussion: „Glaube“ aus Band IV und „Aufgeklärt und klarblickend“ aus Band V der Enzyklopädie.

Die Leitung liegt bei Henrike Lerch. Die Texte schicken wir auf Anfrage gern zu.

HVD-Wuppertal@gmx.de

Gelungene Jugendfeier 2018 in Wuppertal

Fast zwei Stunden Programm bot genug Zeit für verschiedene Perspektiven auf Tradition und Gegenwart der Jugendfeier. Alle Beteiligten, die Gäste sowie die jugendlichen „Feierlinge“ ließen sich gern von den Sketchen, Musik-Vorträgen und dem selbstgedrehte Film zum Thema „Was ist Jugendfeier“ unterhalten.

Der Wuppertaler Oberbürgermeister Andreas Mucke hielt eine kleine Ansprache. Johannes Schwill, HVD-Vizepräsident, überbrachte die Glückwünsche des Humanistischen Verbandes NRW. Nico Bischoff, ehemaliger Jugendfeier-Teilnehmer gab die Festrede. Durch das Programm führte die Wuppertaler Feiersprecherin Henrike Lerch.

Teilnehmer und Gäste der Veranstaltung fanden sich in den vorgetragenen Themen wieder. Manche hätte rückblickend auch gern in ihrer Jugend an solch einer Feier teilgenommen. Das Programm wurde musikalisch untermalt vom Sänger und Gitarristen Martin Bauer u.a. mit dem Song „Imagine!“ von John Lennon und zum Ende der Veranstaltung mit dem traditionellen Lied „Die Gedanken sind frei“.

Insgesamt wurde viel gelacht und applaudiert. Am Schluss, nach einem Glas Sekt oder Orangensaft, mit der Urkunde, einer Rose und einem Buch in der Hand, mussten die Jugendlichen Umarmungen, Schulterklopfen, Lob und Glückwünschen über sich ergehen lassen. Danach ging es zu den jeweiligen Feiern im privaten und im Freundeskreis.

Die Bergische Jugendfeier wird jährlich vom Humanistische Verband NRW und den Freidenkern Wuppertal e.V. durchgeführt. Alle konfessionsfreien Jugendlichen dürfen teilnehmen.

Info: www.Bergische-Jugendfeier.de

Für ein friedliches und solidarisches Miteinander

Mahn- und Gedenkfeier am 8. Mai 2018

Vor 73 Jahren erzwangen die Alliierten das Kriegsende und das Ende der Regierungsmacht der faschistischen NSDAP in Deutschland. Viele Teilnehmer/innen und unterschiedliche Organisationen fanden zur Veranstaltung am 8. Mai auf dem Friedhof Norrenberg in Wuppertal-Heckinghausen zusammen – so auch der Humanistische Verband.

Unvorstellbares, noch immer nachwirkendes Leid sind die Folgen dieser 12-jährigen Schreckenszeit. Deshalb ist das Datum 8. Mai 1945 das Datum des Tages der Befreiung von Krieg und Faschismus.

Die Gräber der Wuppertaler Bombenopfer, der Kriegsgefangenen und der polnischen und sowjetischen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter auf dem Friedhof Norrenberg sind Zeugnis und ständige Mahnung aus dieser Zeit.

Niemals dürfen wir vergessen, zu welchen Verbrechen Politik fähig sein kann. Nach wie vor sind Mahnung und Wachsamkeit erforderlich gegen neofaschistische und rassistische Umtriebe in dieser Gesellschaft.

Festzustellen ist auch heute

Krieg – auch mit deutscher Beteiligung – und Terror sind immer noch Mittel zur Durchsetzung politischer und wirtschaftlicher Interessen überall in der Welt

Krieg ist eine der Ursachen, dass Menschen aus ihren Heimatländern fliehen, um ihr Leben zu retten

Völker und Kulturen sind von einem friedlichen und gleichberechtigten Miteinander noch weit entfernt

Intoleranter religiöser Fundamentalismus ist einer der Gründe, weswegen Menschen aus ihren Heimatländern fliehen

Die globale Wirtschaftskrise führt zu Protektionismus, nationalstaatlichem Denken und zum Abbau sozialer Errungenschaften und zwingt andere Volkswirtschaften zur sozialen Verarmung

Existenzielle Armut gehört zu den Ursachen, weshalb Menschen aus ihren Heimatländern fliehen

Neonazismus und Rassismus sind in unserem Land in verschiedenen Erscheinungsformen noch gegenwärtig und sogar in unseren Parlamenten vertreten

Neonazis und andere rechtsextreme Gruppierungen hetzen gegen Menschen, die hier Zuflucht suchen und werden immer wieder gegen sie gewalttätig


Der Humanistische Verband Wuppertal / Bergisches Land hatte diese Veranstaltung unterstützt.